Valle Maira
„Das Valle Maira ist eine Reise zurück in die Zeit, ein verborgenes Juwel in den italienischen Alpen.“
Als Südtirolerin bin ich mitten in den Bergen aufgewachsen und als solche gehöre ich auch der italienischen Nationalität an. Doch es dauerte 37 Jahre, bis ich verstand, dass Italien neben unseren schönen Heimatbergen noch andere besondere Bergregionen hat.
Die Anreise ins Valle Maira, mit seiner schmalen Strasse entlang einer Schlucht, erinnerte mich noch an die abgeschiedenen Hintertäler Südtirols. Was wir aber am Ende dieses langen Tales vorfanden, war beeindruckend und einzigartig.
Als wir das Tal erreichten, fühlten wir uns sofort in eine andere Zeit versetzt. Die Dörfer, die wir erblickten, schienen aus einem anderen Jahrhundert zu stammen. Die alten Steinhäuser und traditionellen Bauernhöfe versprühen einen Charme, der in unserer modernen Welt selten geworden ist. Es ist, als ob die Zeit hier stehen geblieben ist. Das Tal verzaubert mit seiner Ursprünglichkeit. Den Menschen, die geblieben sind oder in ihre Heimat zurückgekehrt sind, ist es gelungen einen Slow Tourismus aufzubauen, der seinesgleichen sucht. Die abgelegene Lage und die beeindruckenden Landschaften machen die Gegend zu einem Eldorado für Outdoor- Sportler, Geniesser des echten Lebens und Abenteurer.
Wir sind mit dem VW Bus unterwegs und quartieren uns in den gemütlichen Campingplätzen im Tal ein. 1x übernachten wir wild hoch oben am Berg. Die vielen alten Militär- und Zufahrtsstrassen lassen lange und steile Anfahrten zu. Wir erkunden die Berggegend überwiegend mit dem Mountainbike. Valle Maira hat wahrlich knackige Anstiege und epische Trails zu bieten. Mit der Tour auf den über 3000m hohen Monte Bellino, der Umrundung und Besteigung (zu Fuss) des Rocca la Meja, bis hin zur Strada Napoleonica oder dem Elva Trail warten landschaftliche Highlights und der Singletrail- Traum schlechthin.
Ganz hinten im Tal lockte uns noch eine andere Sehenswürdigkeit für ein Abenteuer an. Schon von weitem erspähten wir die wunderschöne Felsnadel des Rocca Provenzale, die über dem kleinen Dorf Chiappera prachtvoll thront. Sie weckte sofort Neugier in mir und ich fragte mich, ob wir da hochsteigen können. Wir fingen an uns mit dem Gedanken zu befassen, diesen Berg in den nächsten Tagen zu besteigen. So aus der Ferne, vom Tal aus, hat er schon auch etwas furchterregendes. Doch die Besteigung ist möglich und deshalb starteten wir bei optimalen Bedingungen zwei Tage später Richtung Gipfel. Je näher wir uns dem Berg zu bewegten, desto mehr konnten wir uns mit seiner Linie verbinden. Je höher wir stiegen, desto mehr half uns seine Struktur zum Vorankommen. Neben zwei anderen waren wir an dem Tag die einzigen, die sich dem Berg anvertrauten und die Aussicht vom Gipfel genossen. Die anderen Gäste bestaunten die Felsnadel von unten und fragten sich vielleicht auch, ob und wie sie da hochkommen. In solchen Momenten bin ich sehr dankbar für meine Abenteuerlust und Neugier, die mich schon an so wundervolle Plätze unserer Erde gebracht haben.
Das Valle Maira ist ein Tal, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Und doch oder gerade deshalb verzaubert dieses Tal mit seiner Schönheit und Ursprünglichkeit. Valle Maria zeigt dir die echte, reine Form unseres Lebens. Und die traditionelle okzitanische Küche überraschte uns mit kulinarischen Highlights.






















