Spielen wie
ein Kind

Und was wir brauchen, um wieder dorthin zu kommen.

Ich hatte diesen Tag irgendwie schon abgeschrieben. Der Wind war zu böig, das Warten mühsam. Ich war stundenlang am Boden – halb resigniert, halb hoffnungsvoll. So, wie das manchmal ist beim Fliegen. Und dann, plötzlich, veränderte sich der Wind. Von böig zu laminar. Zuverlässig und tragend, bis spät in den Abend. Ich griff zum Schirm, machte ein paar Schritte und war drin: Mitten im Spiel.

Ich groundhandelte, tanzte mit dem Wind, liess mich durch die Gegend tragen. Ich verspürte einfach nur Freude am Tun. Dieser Moment des Spielens. Wie früher als Kind. Als ich stundenlang draussen war, ganz in meiner Welt.

Ich befand mich in einem Zustand, den wir uns oft wünschen und manchmal vergeblich suchen: dem Flow. Ein mittlerweile berühmter Ausdruck für das, was geschieht, wenn wir ganz bei der Sache sind. Ein Zustand, in dem das Denken aufhört und das Tun beginnt. In dem wir uns selbst vergessen und genau dadurch uns selbst begegnen.

Ein Kind kennt diesen Zustand intuitiv. Es spielt, weil es lebendig ist. Nicht, um etwas zu erreichen. Nicht für Applaus. Sondern, weil Sein allein genügt.

Wir Erwachsene müssen uns diesen Zustand oft erst wieder erlauben. Denn Spielen bedeutet: Kontrolle abgeben. Zulassen, dass nicht alles planbar ist. Zulassen, dass Leben geschehen darf.

Und genau dort entsteht Raum: Raum für Vertrauen. Für Spontanität. Für Selbstwirksamkeit. Wir verbinden Körper, Geist und Emotion auf ganz natürliche Weise.

Für mich steckt darin eine tiefe Wahrheit über Entwicklung: Sie geschieht selten unter Druck.
Sondern dann, wenn wir im Moment sind. Wenn wir uns bewegen, nicht aus Pflicht, sondern aus einem inneren Drang nach Leben. Wenn wir einfach spielen und dabei etwas Echtem begegnen.

Ich bin überzeugt: Wir entfalten uns nicht nur durch Leistung, sondern durch Lebendigkeit. Durch echte Erfahrung. Durch Begegnung und Berührung – innen wie aussen. Durch Räume, in denen das Leben fliessen kann.

Die Rückkehr zur Natürlichkeit

Der Mensch muss nicht trainiert werden. Entwicklung geschieht dort, wo Lebendigkeit Raum bekommt. Wo der Körper mitsprechen darf. Wo Bewegung nicht nur körperlich ist, sondern ganzheitlich.

Wir sind mit der Natur verbunden – auch wenn wir das manchmal vergessen. In dieser Verbindung liegt unser innerstes Wissen. Die Natur lädt uns ein, präsent zu sein. In Kontakt mit uns selbst. In Beziehung zum Moment.

Und genau dort entsteht Vertrauen. Nicht durch Denken, sondern durch Erleben.

Was wir wirklich brauchen

Um wieder spielen zu können wie ein Kind, brauchen wir oft nicht mehr, sondern weniger. Weniger Wollen. Weniger Müssen. Weniger Kontrolle.

Was wir stattdessen brauchen, ist Raum. Raum zum Spüren. Zum Atmen. Zum Sein. Raum, in dem wir nicht funktionieren müssen. In dem nichts erwartet wird. Kein Ziel. Keine Bewertung. Nicht für Applaus – sondern, weil wir lebendig sind.

Wenn du dich wieder daran erinnern möchtest, was dich wirklich trägt, was dich innerlich bewegt,

… dann geh mit dir raus.

Das Draussen bietet Räume zum Spielen. Zum Erleben. Zum Dasein.

UnterwegsSEIN.
Weil draussen etwas in dir aufgeht.

Impulse zum Weiterdenken

„Menschen im Flow erleben mehr Kreativität, Selbstwirksamkeit und innere Zufriedenheit – auch im Alltag, im Beruf und in der Beziehung.“

„Spielen ist nicht kindisch. Es ist ein tief menschlicher Ausdruck von Lebendigkeit. Nicht das Gegenteil von Ernst, sondern die Grundlage echter Präsenz.“

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